Samstag, 20. Februar 2010

A wie Angriff des Skorpions bis Z wie Zipolite im Fadenkreuz der Drogenmafia

Ich wollte irgendwie alles in die Ueberschrift packen was hier passierte, aber das kann nur die Bildzeitung. Ich fange am besten von vorne an. Mein Plan das Paradies zu verlassen verzoegerte sich etwas. Die letzten Tage an der Pazifikkueste habe ich in einer art Kommune verbracht. Eine Handvoll Aussteiger und Naturverbundener, die noch etwas weiter vom Schuss auf einem kleinen Huegel leben. Um zu leben vermieten sie 3 Zimmer, backen Brot und stellen Schmuck her. Alles ist sehr entspannt ..., denn viel passiert EIGENTLICH nicht ... Ich habe mich mit Javier einem Argentinier angefreundet, der mir einen unglaublichen Ort gezeigt hat. Einen Felsen von dem aus man immer die Garantie hat Wale zu sehen und ich war suechtig danach. Jeden Tag bin ich dorthin gepilgert, um sie zu beobachten und irgendwie habe ich bei diesem Anblick einfach alles um mich vergessen. Buckelwale, Orkas, Delphine, Mantas, Adler, Pelikane ... ein Traum. Ich habe gesehen, wie 5 grosse Mantas in einer Linie hintereinander gesprungen sind und und ich glaube, die hatten richtig Spass. An einem Abend war das ganze Meer hellgruen erleuchtet. Wir sprangen alle in das warme Wasser um in dem leuchtendem Plankton zu baden und klebten uns das Plankton an die Koerper, so dass wir auch alle leuchteten. Das war das erste Mal, dass ich keine Angst hatte im Dunkeln zu baden. So schoen wie sich das alles anhoert, aber das Paradies faengt an zu broeckeln. Baufahrzeuge naehern sich jeden Tag mehr und mehr. Ein Meeresaqarium soll ca. 20 km weiter erbaut werden. Aus Trampelpfaden, die sich durch die Waelder schlaengeln werden Fussgaengerwege. Nicht weit der Kummune befindet sich eine gigantische Mauer, die ca. 500 Meter lang, 3 m hoch und 1 meter breit ist, von der niemand weiss wer sie gebaut hat und wie alt sie ist ... aber sie ist vermutlich sehr altund hat etwas ganz eigenes und mystisches. An einem Tag passierte ich den Weg an der Mauer und sah wir ein Baufahrzeug anhielt und Stein fuer Stein abtrug. Unglaublich, ich war total geschockt. Als ich zureck kam war eine grosse Aufregung in der Kommune. Ein Flugzeug voll mit Kokain sei an der Kueste abgestuerzt und die Militaepolizei ist im Gosseinsatz unterwegs um zu finden, was noch zu finden ist. Angeblich haben Fischer ein Teil des Kokain geborgen und verstecken es. So hat die Militaerpolizei endlich einen Grund Aerger zu machen und jeden zu kontrollieren, denn die Alternativen und Aussteiger hier sind denen ein grosser Dorn im Auge. Es ist schon ein unangenehmes Gefuehl , aus dem Interbetcafe zu kommen und es faehrt ein LKW mit Soldaten, die ihre Maschinengewehre in alle Richtungen positionieren an einem vorbei. Am selben Abend wird in einer Bar in Zipolite ein Kanadier erschossen. Ob das eine mit dem anderen zusammenhaengt ... niemand weiss es oder will es wissen. Ich befinde mich seit heute in San Christobal de las Casas, einer Stadt in der Region Chiapas und bekannt fuer ihre vielen Gallerien und Kuenstler und nicht zu vergessen die vielen Indigenas. Die Busfahrt hierher war der Horor. Montezumas Rache hat mich eingeholt, so dass ich unterwegs den Bus anhalten musste. Mir war alles egal. Mit meinen paar Brocken Spanisch brachte ich den Buss an einer Tankstelle zum Stillstand, erklaerte dem Fahrer, dass ich wiederkomme und verschwand auf der hiesigen Toilette. Ich habe keine Ahnung was gewesen ware, wenn der Bus einfach weitergefahren waere, so blieb mir auf der TOilette nur die Hoffnung, dass der Busfahrer mich verstanden hat. Jemand polterte wuetend an die Toilettentuer, dass der Bus weiterfahren will und ich verabschiedete mich schnell von diesem "netten"Ort. Hier in S. C. bezog ich ein halb verschimmeltes Zimmer in dem ich mich eine Weile rumquaelte und hoffe, dass der Spuk morgen ein Ende hat. Ich habe ein Fotografenteam kennengelernt, dass auch auf dem Weg nach Pelenque ist und wenn ich es morgen allein nicht schaffe fahre ich am Montag ganz entspannt mit den beiden mit. Wenn ich das hier so schreibe, kann ich es noch immer nicht fassen, dass ich das alles selbst erlebe...

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