Samstag, 9. April 2011

Paradise lost ...

Nach all den Tagen im Inselparadies von Indonesien ist Bali ein regelrechter Kulturschock. Kuta das Touristenballungszentrum ein Meltingpoint fuer partyhungrige Touristen, profitgierigen Locals, Kleinkriminelle und große Haie, die hier untergetaucht sind. Ich habe den Eindruck hier ist "fast" alles erlaubt. Shops, Clubs, Hotels und jede menge Spas reihen sich hier in aneinander. Hin und wieder findet man einen Minitempel eingeklemmt im Laerm und der Wuseligkeit von Kuta. Ich frage mich wo die Menschen hier leben ... Einen Warung (indonesische Garkueche mit Hausmuttikost) sucht man hier vergebens, aber es gibt sie noch alldering weit weg von hier. Dort leben sie also ... hier ist es ploetzlich nicht mehr bunt und laut. Weit und breit keine Auslaender ausser uns. Wir setzen uns in eine der Garkuechen und warten gespannt auf eine warme Bakkso (Fleischbaellchensuppe). Hier darf man wieder seine Schuhe ausziehen bevor man den Essensbereich betritt, alles andere waere mehr als unhoeflich. Trotz allem ist es hier sehr aermlich. Auf der Strasse gibt es viel Muell und Dreck und dazwischen schlafen Menschen, erschoepft vom Tag oder was auch immer. Es braucht sicher sehr lange um wirklich zu verstehen wie hier alle oder alles fuktioniert. ich sehe oft Menschen mit einem Tunnelblick, mit dem Ziel schnell zu Erfolg zu kommen und sich und ihrer Familie ein besseres Leben zu ermoeglichen. Vielleicht ... vielleicht aber auch nicht. Ich werde es jetzt und hier auch nicht verstehen. Ich mache mir echt viele Gedanken.

In den Clubs tanzen Ladyboys jede nacht auf den Tresen und geben alles ... angegafft von bierbaeuchigen Aussies. Auf der Strasse werde ich mehrmals nach Geld angesprochen ... angebettelt. Kinder verkaufen Armbaender und versuchen gleichzeitig einem die brieftasche oder was auch immer an Wert heimlich aus den Taschen zu ziehen.

Im Meer schwimmt ein riesiger Teppich aus Plastikmuell. Inselparadies wo?????!!!

Ich lasse die Zeit jetzt einfach vergehen und versuche mich auf die kleinen unsichtbaren Details hier zu konzentrieren. Am Morgen stroemen die Einheimischen in die kleinen Kioske und kaufen kleine quadratische Koerbchen aus Bananenblaettern geformt und mit Reis, Blumenblueten und Raeucherstaebchen gefuellt. Vor den kleinen Tempelschreinen beten sie und kleben sich die kleinen Reiskoerner auf die Stirn. ich muss unbedingt herausfinden, was das zu bedeuten hat. Spaeter kommen die Tauben und Katzen und fressen den uebrigen Reis aus den Koerbchen. Der Duft der Raeucherstaebchen zieht jetzt durch die Gassen, waehrend das Partyvolk noch in den Betten liegt.

In einem der unzaehligen Spas lasse ich mich verwoehnen und vergesse fuer einen Augenblick die Schattenseiten des Paradieses ...

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