Montag, 4. April 2011

... und morgen bringen wir ihn um

4 Tage an Bord eines MINIbootes. Mehr als 150 km, Besatzung: 12 Maenner, 3 Frauen, ein irischer Freak und ein deutscher Psychopath. Es war im wahrsten Sinne eine Abenteuerfahrt ins Ungewisse. Die Trauminselwelt von Indonesien sollte uns erwarten und vieles mehr. Die Wetterverhaeltnisse waren nicht gerade die besten als das Boot ablegte. Das Boot mass gerade einmal 18 x 4 Meter. Ubernachtet haben wir auf dem Gepaecktraeger des Bootes, welcher lediglich mit einer Plane abgedeckt war. Wir fuhren gleich in der ersten Nacht in ein unglaubliches Gewitter. Das Boot neigt sich mehr als normal nach abwechselnd nach beiden Seiten. Trotz allem war die Besatzung relativ entspannt. Die Reisetabletten taten ihr uebriges. Der Steuermann allerding sah nicht so entspannt aus. Aber irgendwie dachte ich mir, dass diese Gewitterstuerme ja sicher nichts Neues sind. Wir fuhren die ganze Nacht durch und wurden mit einem sensationellen Sonnenaufgang begruesst. Stunden spaeter an einer Bucht sahen wir ein Schiffswrack und mehrere Fischerboote und Menschen, die nach Wrackteilen tauchten. Mit Erschrecken erfuhren wir heute auf Flores, dass ein Boot wie das unsere gegen 2 Uhr nachts an dieser Stelle gesunken ist ... Zum Glueck ist aber niemanden etwas passiert, wenn man die materiellen Sachen mal ausser Acht laesst.

Wir steuerten mehrere Buchten an, in denen wir ausgiebig die vielfaeltige Unterwasserwelt erkunden konnten. Glasklares Wasser mit unzaehligen bunten Korallen und Fischen. Stachelrochen, Mantas, Schildkroeten, Doktorfische, Seenadeln, Delfine, Nemofische, Kugelfische ... Seeschlangen ... und viele andere Dinge oder Fische von denen ich keine Ahnung habe, wie sie heissen.

Das Highlight der Reise war Besuch der Warane ... die koennen uebrigens Blut in 2 km Entfernung mit ihrer Zunge riechen und dazu noch bis zu 18 km pro Stunden rennen. Der groesste war ueber 4 m lang. Diese Riesenechsen und letzten Saurier beissen ihre Opfer und warten bis sie an dem Biss verenden. Ich habe vergesse wieviele verschiedene Bakterien in dem Speiche dieser Viecher sind ... Wir erkundeten mit einem Guide, der nur mit einem Stock ausgeruestet war die Waraneninseln. So riechtig wohl fuehlte ich mich dabei nicht, denn bei denen stehen sogar Wasserbueffel und Hirsche auf dem Speiseplan. Aus der Naehe sehen die echt fies aus. Auf unserer Treckingtour durch das Waranenrevier standen wir auch einmal einem riesigen Wasserbueffel gegenueber, der sich gerade genuesslich im Schlamm suehlte ... sich dann aber langsam in den Wald aufmachte. Das ganze Gebiet aehnelte dem Film Jurassicpark.

In einer Nacht machten wir puenktlich zum Sonnenuntergang in einer Bucht halt, in der Millionen von Flugfuechsen leben. Zu Huff hinge sie kopfueber in den Mangroven und machten einen Hoellenlaerm. Als die Sonne unterging machten sie sich in Etappen auf den Weg ... keiner weiss wohin. Sie sind fast 4 mal so gross wie unsere Fledermaeuse und die Koepfe sehen aus wie bei einem Fuchs. Apropro Fledermaeuse mir kam vorhin eine Albinofledermaus entgegengeflogen ... Die Flugfuechse kreisten neugierig ueber unserem Boote unnd flogen dann weiter. Was fuer ein Spektakel! Wir konnten wegen der Hitze die ganze Nacht nicht schlafen und sassen auf dem offenen Deck biss die Sonne anfing aufzugehen und ploetzlich wie aus dem Nichts kamen alle mit einem Geschrei zurueckgeflogen.

Ganz kurz zu den Freaks an Bord. Ein Ire der die ganze Zeit stumm in der Ecke sass, sich vehement gegen Fotos wehrte und niemals seine Socken und Turnschuhe auszog und der voellig durchgeknallte Deutsche der nur ein Wort kannte SCHEISSE. Er sah aus wie ein Pirat, rauchte wo immer er kreuchte, sich ueberall einmischte, alles besser wusste, so laut schmatzte und roechelte, dass niemand schlafen konnte, zwischen den beiden Paaren an Bord Unfrieden stiftete, das erste was er den Kapitaen fragte "I need Ganja", fruehmorgens vor 5 Uhr auf dem Deck kraechzte "Coffee!!!!!!!!!!", die Crew wie seine Sklaven behandelte, alle Indonesier respektlos behandelte, alles hasst, Frauen wie den letzten Abfall behandelt, immer und ueberall oberkoerperfrei mit Bierwampe rumlaeuft, jeden Tag lauthals ueber seinen Stuhlgang berichtet, niemals Trinkgeld gibt ...

Wir waren uns alle einig ... noch einen Tag laenger und wir bringen ihn um. Wie kann so jemand existieren??????

Egal ... die naechsten Tage werde ich jetzt einfach weiter entpannen und die schoenen Bilder in mein Gehirn meisseln.

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